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#02 Glaubenssätze aus der Schulzeit

Aus der Schulzeit stammen drei meiner stärksten Glaubenssätze. 

 

1. "Ich muss richtig schlau tun, damit keiner merkt, dass ich eigentlich keine Ahnung habe!"

 

Was dazu führt, dass ich mir bis heute oft leider nicht sehr viel zutraue obwohl ich mir schon mehrfach selbst bewiesen haben dürfte, dass ich doch ein paar Dinge ganz gut (sehr gut) kann und sicher nicht dumm bin. Und obwohl ich mittlerweile weiß, dass es nicht leicht ist, schlau zu tun und man deshalb allein schon Ahnung haben muss. Nicht umfassendes Wissen vielleicht, aber eine Ahnung. Mittlerweile versuche ich daraus eine Stärke zu machen und mir möglichst mehr als nur "eine Ahnung" anzueignen. 

 

2. "Menschen haben grundsätzlich erstmal Vorurteile und denken im Zweifelsfall eher negativ über mich!"

 

Was daraus resultiert, so vermute ich heute, dass ich immer überall die Neue war und häufig der ersten Beurteilung "ausgesetzt" war. Da passte ich oft nicht ins Bild. In niemandes Bild. Intaktes Elternhaus, leicht überdurchschnittliches Einkommen, eigenen "Zoo" zu Hause, hochdeutsch und Wortschatz mit Fremdworten (war schon immer so....), schlank, sportlich, einigermaßen hübsch (trotz typischer Problemhaut und Geschmacksverirrung bzgl. der Frisuren).  Entweder Neid oder Unverständnis traf da immer zu. 

Und wie das in der Jugend so ist - wer die größte Klappe hat, hat nicht automatisch das größte Selbstbewusstsein. Meine damals beste Freundin hatte zum Beispiel ziemliche Besitzansprüche (weiß ich heute....) und erzählte in ihrer "Clique" (was die ganze Jahrgangsstufe umfasste) hinterrücks Unsinn über mich, und mir wiederum, dass niemand mich leiden könne und sie sich nicht erklären könne, warum. Irgendwann kam das natürlich raus. Dramen die keine sind und einen doch prägen. 

Heute versuche ich gar nicht zu denken, dass irgendwer irgendwie über mich denkt. Denn ich versuche auch immer weniger über Leute nachzudenken. Das Abtauchen in der anonymen Großstadt macht das wirlich leicht. Da denkt man beim Spießroutenlauf auf der Straße ohnehin alle zehn Sekunden an was anderes. Ich denke so geht es den meisten. Und was macht es auch für einen Unterschied was irgendwer denkt. Gibt es Berührungspunkte? Nein: kennst du Wayne? Ja: gib das, was du empfangen willst und meistens klappt es und du kriegst genau das zurück. 

 

 

3. "Wenn ich ein klares Ziel habe, das ich wirklich erreichen will, dann schaffe ich das."

 

Erwiesenermaßen durch den Schul- und Studiumsabschluss. Im weiteren Lebensverlauf hat es nur oft aus unterschiedlichen Gründen an dem WOLLEN gemangelt. Vielleicht weil die Glaubenssätze 1 und 2 noch zu stark waren und aus dem WOLLEN ein "ich trau mich nicht" machten.