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#13 Kurzurlaub - Instagram zahlt!

Gliederung

damit du weißt, was dich erwartet:

01 Wieso Instagram Urlaube zahlt

      ...und Influencer fordernde Schnorrer sind

      Maedelklein "ge-influenced"

      Im Vergleich: Urlaub im Landrover Defender  vs. Hotel

 

02 Worum geht es beim Reisen?

 

03 Das Kaufen und der "Preis-Wert"

      Preise sind relativ, aber was ist die Relation?

 

04 Anfrage, Angebot und Gegenwert

     Anfrage: allgemein und speziell (Hotel Pfösl)

     Angebot: Zahlen und Fakten

     Gegenwert: Influencer-Leistung

     Gegenwert: Der Preis, den der Influencer zahlt

     Gegenwert: Ansprüche, Erwartungen, Druck

 

05 Fazit

  

Verlinkungen

Hotel pfösl

Intsagram: @hotelpfoesl

Webseite

Guestnet

     (aus meiner Sicht die ergiebigere Quelle für alle möglichen Fragen)

Gizy

01 Wieso Instagram Urlaube zahlt

...und influencer fordernde schnorrer sind

In diesem Blogartikel möchte ich anhand des Beispiels meiner ersten und (bisher?) einzigen Kooperation mit einem Hotel, dem Hotel Pfösl  in Südtirol, einmal beschreiben wie es dazu kam und was aus meiner Sicht hinter Aussagen wie "Instagram zahlt schon!" und "Influencer müsst man sein, dann kriegt man alles hinterher geworfen!" tatsächlich alles steckt. Denn: Instagram zahlt gar nichts natürlich, aber die Plattform an sich ist der "Marktplatz".

 

Und Überraschung: der Influencer erbringt auch eine Leistung. Der Umfang dieser Leistung variiert natürlich stark bzw. wird subjektiv sicher auch unterschiedlich wahrgenommen oder umgesetzt, aber so ganz "hinterher geworfen" ist es in vielen Fällen sicherlich nicht. Aber eins nach dem anderen.  

Maedelklein "Ge-Influenced"

Durch meine Blogger-Kollegin @orchidea_luna (www.eatandtravelwithme.com)  bin ich auf der Plattform Instagram durch ihre fantastischen Bilder auf das Hotel aufmerksam geworden. Wir alle kennen doch die Hochglanzbilder von Orten, Hotels etc, die in einem sofort den Wunsch wecken, dort einfach nur SEIN zu wollen.

Ich bin eben nicht nur "Content-Creator" und "Influencer", sondern letztlich auch Konsument und damit "Follower" anderer Accounts und damit ebenso beeinflussbar, "influencbar" wie jeder andere auch, zumindest potentiell. Dabei schaue ich sicherlich mit ein bisschen anderen Augen auf den ein oder anderen Beitrag, aber um da einfach ein bisschen Klarheit zu schaffen, schreibe ich diesen Artikel. 

Aus diesem Fakt heraus bin ich mir meiner Verantwortung dir gegenüber sehr bewusst, denn ich möchte auch eine  ehrliche Antwort wenn ich jemanden nach seiner Meinung frage, selbst, wenn ich nicht persönlich nach der Meinung frage, sondern indirekt dadurch, dass ich einer gewissen Person folge und in Form eines Posts die Meinung oder "Antwort" des "Influencers" lese auf Fragen, die ich mir vielleicht vorher nicht Mal selbst gestellt habe. Danach denke ich mir aber doch oft "Ach interessant, das probiere ich auch mal oder da möchte ich auch mal hin!". Gizy (@orchidea_luna) hat mir jedenfalls eine äußerst positive Antwort zu den Fragen über das Hotel Pfösl gegeben.

 

 

Der Besuch der Webseite des Hotels (www.hotel-pfösl.de) hat mich sofort noch mehr ins Schwärmen versetzt. Es war nichts abgebildet oder beschrieben, was mir NICHT gefallen hätte. 

Stilvolle und wunderschöne, ansprechende Bilder von modern und minimalistisch, dennoch (oder gerade deshalb) beruhigend und gemütlich eingerichteten Zimmern mit viel Holz, Licht und vor allem AUSSICHT. Wundervolle Natur drumherum. Aktivitäten wie wandern in den Dolomiten! Berge! Seen, Wiesen, ....

Die Beschreibung  einer Küche, die Ansprüche an Regionalität und Frische, aber vor allem Natürlichkeit befriedigt und in diesem Rahmen das Sorglos-Paket aus Frühstück, Nachmittags-Snack und einem Abendessen aus mehreren Gängen bilden sollte. 

Weitere Hochglanz-Bilder eines Infnity-Pools, Whirpools, Ruheräumen und einer Sauna - ALLES mit Bergpanorama. Als ob das noch nicht genug gewesen wäre: kein absolutes MUSS aber eine überraschende und durchaus sehr erfreuliche Tatsache: der Hund dürfte sogar auch dort wohnen!!! 

 

Beim Lesen und Schauen wurde meine Sehnsucht größer und meine (immer lauter werdende) Ahnung, dass ich mir das nicht leisten kann (würde?) wurde bei dem Blick auf die Preislisten zur Gewissheit. DAS ist auf den ersten Blick jenseits dessen, wie ich sonst urlaube. Preislich im Verhältnis zur Aufenthaltsdauer, dafür aber auch hinsichtlich der Annehmlichkeiten. Allerdings kannst du im noch folgenden Blogartikel #14, dem Reisebericht über das Hotel Pfösl, nachlesen, dass sich der Preis nach der Zerlegung in seine Bestandteile durchaus sehr relativiert.

Was meine ich damit?

Sonst urlaube ich in einem aufklappbaren Dachzelt auf einem Landrover-Defender oder in verschiedenen (meist sehr einfachen) AirBnB-Wohnungen, die auf dem Weg liegen oder nehme (aus meiner Sicht) "günstige" Spontan-Pauschal-Angebote wahr, wenn es um Reiseziele geht, die sonst (wieder aus meiner Sicht) kaum bezahlbar sind. Die Seychellen zBsp waren  so eine spontane Glücksbuchung. Es wird immer viel Strecke gemacht - mit dem Auto und zu Fuß. Möglichst viel sehen, aktiv sein, lieber länger und weiter fahren als die Zeit / Strecke zu verkürzen und stattdessen luxuriöser zu nächtigen oder zu speisen.

Ansprüche an ein Hotel/ Unterkünfte?

Hauptsache sauber, ansonsten wird sich dort eh so gut wie nicht aufgehalten. Das Budget wird meist zu Gunsten der Dauer oder der Entfernung bei "Luxus"-Annehmlichkeiten gekürzt, und da gehört eine "teure" Unterkunft definitiv dazu. Natürlich gehen wir auch im Urlaub mal essen und geben dafür häufiger und mehr Geld aus als zu Hause und haben uns auch schon Mal die ein oder andere luxuriösere Unterkunft zwischendurch gegönnt. Aber wir haben sowohl in Norwegen als auch in Portugal auch (wegen Spaß an der Freude aber auch aus Kostengründen) die Campingküche aufgestellt und selbst gekocht, Zeit des Urlaubs mit einkaufen und abspülen in der Natur unter erschwerten Bedingungen verbracht und Nachts nicht nur einmal "wildromantisch" im nassen und vom Winde verwehten Dachzelt gefroren (Ich eher). Die Erlebnisse und Erfahrungen machen das zwar wett, dennoch ist es immer ein Kompromiss auf Kosten des Luxus (wenn es nicht schon Luxus ist, überhaupt solche Urlaube machen zu können...keine Frage!).

 

Das bedeutet übrigens nicht, dass drei Wochen in Norwegen oder Portugal günstig waren - trotz Dachzelt und Campingküche. Ganz im Gegenteil.


im vergleich: Urlaub im lANDROVER DEFENDER vs. hOTEL

 Für das Hotel Pfösl haben wir in der (fast) teuersten Zimmerkategorie im Wert von 195€ pro Person und Nacht genächtigt (da ist also noch Sparpotenzial). Für zwei Personen kostet das regulär (ohne Pauschal-Angebot oder spontane Buchungs-Rabatte) knapp 400€ pro Nacht - inklusive Essen, Wellness und diverse Angebote. Tagesausflüge zum Wandern in die Dolomiten natürlich perfekt umzusetzen, teils als geführte Touren und Inklusiv-Leistung des Hotels.Man ist allerdings an diesen Ort gebunden, keine Frage. Und da sind einige andere Menschen. 

 

Um einen Landrover Defender zu mieten, der ähnlich beschaffen ist wie unser eigener (Dachzelt, Innenausbau...) müsste man ca. 195€ pro Tag zahlen. Exklusive Essen, exklusive Wellness, exklusive Sprit und oft sogar exklusive km, je nach dem, wie weit du fährst. Vor Norwegen war uns zum Beispiel nicht klar, dass wir fast 9000km gefahren sein würden am Ende der Reise. Da wären so 1000km inklusive gewesen und der Mietpreis dadurch sogar noch höher, daher haben wir uns kurzerhand entschlossen, das Gefährt zu kaufen und wieder zu VERkaufen. Bisher nicht geschehen, weil wir ihn lieben ;-) Jedenfalls haben wir weder in Norwegen, noch in Portugal von den "restlichen" knapp 200€ pro Tag (die gegenüber dem Hotel Pfösl "übrig" sind) 2-3 mal am Tag gegessen (schon gar nicht SO wie dort), uns Wellness gegönnt und weich gebettet (nicht mal immer trocken) geschlafen. Dafür sieht man so viel vom Land und hat oft echt private Stand- und Schlafplätze...

 

Man kann diese Urlaube nur sehr schwer vergleichen, das ist mir im Nachhinein noch bewusster geworden. Dennoch habe ich es hier ein bisschen versucht, auch für mich selbst :-)

 

Diesmal sollte es aber ein Urlaub werden, bei dem am anderen Ende gespart wird. Der Luxus (für unsere Gewohnheiten) hoch, dafür die Zeit sehr knapp bemessen und so gut wie keine Wegstrecke gemacht (außer der Anfahrt, zum Wandern dort hatten wir leider nicht mal Zeit... dazu dann weiter unten...).

 

Was letztlich aus deiner Sicht "teuer", "Luxus" und "Annehmlichkeiten" sind, musst du sowieso für dich wissen - oder es herausfinden.  Dennoch waren das alles Überlegungen in meinem Kopf vorab und: 

Genau aus diesem Paradox heraus entstand in mir erst recht der Wunsch, auch Mal eine andere Art des Urlaubens zu erleben.

02 Worum geht es beim Reisen?

Kannst du diese Frage nach "deiner" Art zu urlauben beantworten, wenn du immer nur Camping-Urlaub gemacht hast? Kannst du wissen, ob deine "Luxus"-Hoteltrips das einzig wahre sind, wenn du noch nie campen warst? 

Nur weil du dir nicht vorstellen kannst, unter freiem Himmel oder umgekehrt in einem für deine Verhältnisse luxuriösen Hotel zu übernachten, heißt das automatisch, dass du diese Erfahrung niemals machen möchtest?

 

Für mich geht es beim Reisen vor allem darum, Erfahrungen und Erlebnisse zu sammeln. Und das auf möglichst unterschiedliche Art, an unterschiedlichen Orten. Um mich selbst kennen zu lernen und die Welt. 

 

 

Und der Artikel wäre nicht zu Stande gekommen, wenn die Umsetzung nicht geglückt wäre. Und ich bin unfassbar dankbar, dass ich diese Erfahrung machen durfte, denn...

Glück und Glücklich sein kann man nicht kaufen, aber man kann sehr gute vorraussetzungen kaufen...

03 Das "Kaufen" und der "Preis-Wert"

Natürlich habe ich sofort meine Schwärmerei dem Mister unterbreitet und mich dann gefragt, ob ich tatsächlich einfach mal eine Kooperation mit dem Hotel anstreben und anfragen sollte, ob ich bei einer Anfrage eine Chance hätte, ob das überhaupt "okay" wäre (moralisch vertretbar "auf Kosten der Followerzahl zu urlauben").

 

Die wichtigste Frage vor dem Hintergrund der Authentizität war demnach für mich vor allem die, die ich mir immer vor einer Kooperation stelle:

 

Würde ich mein eigenes Geld dafür ausgeben, wenn das Hotel Pfösl meine Anfrage ablehnt?

Und: passt das, was ich da anfrage zu mir, kann ich das authentisch vor ein paar Tausend Menschen vertreten und WILL ich das?

 

 

Die Antwort in meinem Kopf war ein klares "Jein! Würde ich?" und führte direkt zu noch viel mehr Fragen. Ich habe noch nie so eine Art Urlaub gemacht. Wäre das wirklich das Richtige für mich? Würde ich mich da wohl fühlen? Was für Menschen machen solche Urlaube, falle ich dort auf? Macht sowas nicht mehr Spaß, wenn man sich das auch so leisten würde, ohne Kooperation? Könnte ich so eine Art Urlaub überhaupt schön und authentisch bildlich transportieren? IST es ÜBERHAUPT authentisch, wenn ich nicht selbst dafür zahle?

 

Wenn ich nur  vorher  schon wüsste, dass dem Preis nicht nur "auf dem Papier bzw. der ansprechenden Webseite" eine Leistung gegenüber steht, von der ICH individuell denke: JA, das war es wert!

Aber genau das ist ja auch wieder der spannende Teil beim Reisen. Man KANN es vorher eben nicht wissen. Und es geht nicht darum, dass alles perfekt ist, sondern darum, Erfahrungen zu sammeln, seinen Horizont zu erweitern, sich selbst und/ oder deine Mitreisende/n besser kennen zu lernen und so viel mehr. Zumindest für mich.

 

Vielleicht denkst du, die Hintergründe dieser Überlegungen seien entbehrlich, denn natürlich muss das jeder für sich selbst entscheiden, was einem ein solcher Urlaub und Aufenthalt wert ist, welches Budget man hat, was für einen individuell "teuer" ist und was völlig normal. Ich möchte hier niemandem einreden, dass das Hotel Pfösl generell "teuer" ist, denn das kann ich nur für MICH so sagen, was meine ersten Gedanken waren. Ich möchte dich lediglich deshalb an meinen Gedankengängen teilhaben lassen, da mir wichtig ist, dass ich nur Dinge empfehle, von denen ich aus voller Überzeugung sagen kann:

 

Ja, dem Preis steht eine dem angemessene Leistung gegenüber. Mindestens die Erfahrung und Neugierde wird es wert sein. Ja, ich würde den Preis für diese Erfahrung im Zweifelsfall auch selbst tragen und ja, ich denke ich kann das genauso ehrlich teilen, wie alle meine Urlaube bisher.

  

Damit du diese Aussage aber überhaupt beurteilen kannst, ist es mir wichtig dass du weißt, mit welcher Wahrnehmung ich Geld und Gegenwerte betrachte, was mir wichtig ist und worauf ich geachtet habe. Und dass ich meine ersten Gedankengänge nicht sofort über Bord geworfen habe, nur weil ich in der glücklichen und privilegierten Position war, letztlich von dem Hotel Pfösl eingeladen worden zu sein.

 

Nur wenn du weißt, wie ich anfangs dazu stand, kannst du für dich entscheiden, ob dir meine Tipps tauglich sind oder ob du sagst: "Wie, teuer? Ist doch überhaupt nicht teuer!" oder ob du sagst: "Da brauchen wir überhaupt gar nicht drüber reden. Danke für das Gespräch.".

Preise sind relativ. Aber was ist die Relation?

04 Anfrage, Angebot und Gegenwert

Anfrage: Allgemein und Speziell Hotel Pfösl

Allgemein zum Thema Influencer-Marketing

Wie ich schon sagte, ich habe sehr mit mir gehadert, überhaupt bei dem Hotel Pfösl anzufragen. 

Influencer-Markting ist ja mittlerweile gängig, jedoch bin ich in Gedanken immer noch gehemmt, nur aufgrund meiner Follower-Zahl alle möglichen Leistungen "kostenlos" einzufordern, als sei das selbstverständlich. Zudem ist mein Blog und mein Instagram-Account nicht primär darauf ausgelegt, Reisende anzusprechen und Fotos meiner selbst sind tendenziell rar, was aber bei Reise-Accounts und Empfehlungen natürlich üblich ist. 

Zudem war da die Überlegung, dass ich einfach nichts zeigen möchte, was reine Selbstdarstellung wäre. Schaut mal her, mein tolles Auto, mein super Freund und Hund, die Luxus-Urlaube die wir machen und den Schampus den wir umher spritzen und wie arg wir uns lieben und ein rosarotes Leben führen. Denn das wäre einfach nicht wahr, aber so kommt es teils eben rüber auf Hochglanz-Instagram wenn man anfängt zu vergleichen (was man einfach lassen sollte!). Dennoch ORIENTIERT man sich an dem, was andere zeigen, die bereits solche Kooperationen hatten. 

 

Und abgesehen davon gibt es ja immer noch andere Wege zu werben und zu leben als "ganz oder gar nicht" bzw. "schwarz und weiß". Nämlich einfach auf dem eigenen Weg, und nichts ist authentischer, als genau DAS zu zeigen, egal ob im Luxus-Hotel oder im Landy. Gizy @orchidea_luna zum Beispiel hat da auch ihren eigenen schönen Weg gefunden.Und deshalb habe ich mir zugetraut, dass ich es auf "meinem Weg" genauso authentisch und trotzdem schön zeigen kann. Oder gerade deswegen schön?!

 

Und da ich bisher immer meine Urlaube auf Instagram per Story begleitet habe, würde ich ja so oder so Werbung machen - denn nur weil ich etwas nicht kostenlos bekomme, ist das kein Grund es nicht zu zeigen wie ein beleidigtes Kleinkind. Und genau deshalb habe ich schon oft gedacht:

 

"Ja eben, ich mache wenn ich urlaube so oder so Werbung!"

Denn: ich zeige sowieso immer in gewissem Umfang, was ich so mache. Einfach weil ich das mag - ich teile gerne was ich erlebe und zeige was ich mache. Warum? Das ist sicherlich ein anderes Thema ;-)

Nun HABE ich aber nun Mal diese Followerzahl, und ob ich will oder nicht: die Reichweite IST nun Mal da. Warum sollte ich das einfach so "verschenken", wenn ich auch einfach mal fragen kann, welche Leistung denn erwartet werden würde, wenn ich die Werbung in vorher festgelegter Zusammenarbeit ein bisschen aufwendiger gestalte?

Die noch immer ungeregelte Kennzeichnungspflicht für Markierungen von Orten oder Sichtbarkeit von Produkten hätte mir VORGESCHRIEBEN (sicherheitshalber) trotz UNBEZAHLTER Darstellung ALLES mit "Werbung" zu kennzeichnen. Meist denken deshalb "die Follower", dass das gleichbedeutend ist mit "hab ich geschenkt bekommen". Das das NICHT IMMER der Fall ist, ist jetzt hoffentlich klar. Und nur weil ich etwas KOSTENLOS bekommen habe, ist es noch lange nicht GESCHENKT. Das wird hoffentlich im Folgenden noch klar.

 

Es ist für mich nach wie vor noch ein Drahtseilakt zwischen "Ich will mich nicht so besonders machen, nur weil ein paar mehr Leute gucken, wie ich urlaube, was ich mache oder was ich esse!" mir selbst gegenüber,  gegenüber dem Hotel Pfösl ein "Okay, warum sollten sie sich dafür entscheiden? Ist allein die Frage vielleicht schon unverschämt? Kriegen die nicht richtig viele Anfragen von viel größeren Accounts?! Wenn jetzt jeder ab 15tausend Followern kostenlos urlauben will, verdient da überhaupt noch jemand Geld?" und den Followern gegenüber "Ist das authentisch, interessant, welcher Mehrwert steckt dahinter?" einerseits und andererseits einfach den Fakt anzuerkennen: Es gucken halt nicht mehr nur meine Freunde und Familie auf WhatsApp etc sondern einfach ein paar TAUSEND Menschen meine Stories und Beiträge an. Ohne Wertung für mein Selbstwertgefühl:

 

das ist faktisch so und das sind sehr viele Menschen. 

Spezielle Anfrage an das Hotel Pfösl

Da das Ganze nach dieser internen Entscheidungsfindung recht spontan ablief, ca. zwei Wochen vor der geplanten Anreise, war das schon ein wenig aufregend. Ich verfasste eine E-Mail an das Hotel Pfösl. Den genauen Wortlaut gebe ich hier nicht wieder, aber ich denke, dass es selbstredend  immer wichtig ist a) höflich zu sein b) sich kurz vorzustellen c) die eigene Motivation und Absichten zu erklären d) Alternativen anzubieten (bzgl. Daten, Dauer, Leistungen, etc.) e) definitiv zu beschreiben, WAS man ANZUBIETEN hat als Gegenleistung und f) warum das für das Hotel von Vorteil sein könnte. g) warum sie sich für eine Kooperation entscheiden sollten.

Was hatte ich zu verlieren letztlich. 

 

Die endgültige Antwort kam nicht sofort, sondern natürlich nach Offenlegung  der sogenannten "Insights" (Statistik) meines Accounts, wie: 

- wie viele Menschen schauen meine Stories

- welche Reichweite haben meine Posts durchschnittlich

- wie ist mein Account gewachsen bzw. die Tendenz

- wie ist die Verteilung der Followerzahl hinsichtlich Alter, Geschlecht und Wohnort

- wie hoch ist die Beteiligungsrate = Anteilnahme oder auch "die Interaktionen" 

(ich erwähnte bereits, dass das insbesondere bei Kooperationen wichtig sein kann, sowie auch, damit Instagram DIR anzeigt, womit du häufig interagierst - also letztlich damit DU siehst, was du sehen willst, denn Interaktion zeigt Instagram: Interesse!)

 

Diese Insights sind eine automatische Auswertung, die bei Umstellung auf einen sogenannten "Business-Account" ersichtlich werden. Die Umstellung auf einen "Business-Account" unterscheidet sich im Grunde sonst kaum von "normalen Accounts" und kostet nicht extra. Diese Kennzahlen sind natürlich wichtig für Kooperationspartner, um abzuschätzen, ob sich meine Follower überhaupt aus dem Bereich der Zielgruppe zusammensetzen, die das Hotel auch ansprechen und für sich gewinnen möchte. Es ist also selbstverständlich, nachvollziehbar und üblich, dass diese Kennzahlen gefordert werden.

 

Dann habe ich mir das so vorgestellt (ohne es zu wissen wie es tatsächlich dort intern ablief, selbstverständlich): 

Das Hotel Pfösl kannte mich noch gar nicht. Wir hatten zuvor nie Kontakt. Sie sind mir nicht gefolgt auf Instagram und privat hatte man erst recht keinen Kontakt zuvor, warum auch. Sie konnten mich ausschließlich aufgrund dessen einschätzen, was ich auf Instagram zeige, wie ich die E-Mail verfasst habe und aufgrund von Kennzahlen, die nichts mit mir, sondern nur mit meinen Followern zu tun haben. Auf dieser Grundlage sollten sie entscheiden, ob sie mir einen Aufenthalt ermöglichen, der (regulär) X € kosten würde und ob ich ihr Hotel in ihrem Interesse darstellen würde.

 

Natürlich ist der Preis, den ein Unternehmen dem Endkunden "anbietet" nie der, den es tatsächlich auch an Kosten zuvor hat, sonst würde es ja keinen Gewinn erwirtschaften und ich gehe auch stark davon aus, dass man "Kosten für Marketing/ Werbung" absetzen kann oder was auch immer. Zudem war die Anfrage so spontan, dass sicherlich absehbar war, wie viele Buchungen noch reinkommen KÖNNTEN und ob ich durch die Belegung des Zimmers anderen, voll zahlenden Gästen, potentiell den Platz wegnehmen würde. Dennoch bleiben mindestens Kosten für die Versorgung mit Lebensmitteln, die Herrichtung und Reinigung des Zimmers, das Personal, das anteilig durch uns gebunden wird etc etc. 

Es sind also faktisch Kosten, die das Hotel erst ein Mal vorlegt, ohne Gewissheit darüber zu haben, in welcher Form ich die Werbung dann ausgestalte und inwiefern sie auch durch tatsächliche Buchungen "wieder reinkommen". 

Jede Werbung ist besser als keine, aber GELD lässt sich eben nur durch Buchungen verdienen. 

Oft ist das einfach (mit) der Grund für diese 10%-Influencer Rabatte - einfach um für das jeweilige Unternehmen nachvollziehbar bzw sichtbar zu machen, inwiefern sich deren "Investition" (in welcher Form die auch immer erfolgte) gelohnt hat und speziell über DIESE Kooperation Buchungen oder Verkäufe zu Stande kamen. Deshalb ist es immer schön oder erfreulich, wenn jemand der letztlich durch mich auf das Hotel aufmerksam geworden ist, das bei der Buchung einfach mal anmerkt ;-) Als indirektes Feedback quasi.

Egal ob ein Unternehmen super läuft und Geld am Fließband produziert oder ob es ein Startup ist, es ist IMMER ein gewisser Vertrauensvorschuss, wenn ich ZUERST Produkte oder wie hier: den Aufenthalt dort erhalte, und DANACH oder vor Ort erst Werbung mache. Die "Investition" bleibt seitens des Unternehmens oder Hotels ein "Risiko". Für ein Startup ist das natürlich ein noch teureres Risiko. 

 

Einige Unternehmen koppeln deshalb (teils wohl auch zurecht) sehr enge Maßgaben an die Art und Weise der Umsetzung der Werbung. Solche Maßgaben empfinde ich als extrem einschränkend und ich lehne solche Kooperationen (mittlerweile, nach EINER solchen Erfahrung) generell ab. Das wird mir zu unauthentisch, wenn ich Worte oder ganze Sätze in Posts verwenden MUSS um XY ins gewünschte Image-Licht zu rücken. Zurück zum Hotel Pfösl: da gab es solche speziellen Forderungen nicht. Dazu aber gleich mehr. 

Angebot: Zahlen und Fakten

Die Einladung des Hotel Pfösl umfasste zwei Nächte inklusive 3/4 Pension (das entspricht: 1x Nachmittagssnack & 1x Abendessen am Anreisetag; 1x Frühstück, 1x Nachmittagssnack &  1x Abendessen am ganzen Tag; 1x Frühstück am Abreisetag), Hunde-Mehrkosten (15€/ Nacht) und Kurtaxe. Diverse kostenlose Angebote wie einen Brotbackkurs (mit den beiden Inhaberinnen des Hotels), Yoga-Kurse, besondere Sauna-Aufgüsse, Sonnenaufgangswanderungen, etc.

Exklusivleistungen waren Getränke beim Abendessen und Kaffee/ Bar-Getränke zwischendurch, etwaige Aktivitäten wie der Elektro-Fahrrad-Verleih und  buchbare Anwendungen im Bereich des Spa- und Welness-Angebotes. 

 

Sprich:

Der Wert der Einladung betrug knapp 1000€, zumindest bei regulärer Berechnung gegenüber eines "normalen" Hotelgasts, also quasi der wirtschaftliche Wert aus Sicht des Hotels. Wir haben nicht unbedingt gespart und Wein sowie einige Kaffee- und Aperitiv-/ Schnapsspezialitäten konsumiert, womit sich unser Eigenanteil auf ca. 200€ belief.

 

Was steht diesem Wert gegenüber? Was ist die Leistung, die das Hotel Pfösl dir bietet? Hält es, was es verspricht? Würde ich im Nachhinein sagen: das war wirklich seinen Preis wert? Diese Fragen beantworte ich detailliert in dem Blogartikel #14 - Hotel Pfösl - Reisebericht!

 

Hier erst Mal die Frage:

Was war der Preis, den ich gezahlt habe = was war der geforderte Gegenwert?

GegenwerT: Influencer-Leistung

Warum sich das Hotel Pfösl letztlich für die Kooperation entschieden hat, weiß ich nicht. Die Leistungen die ein Influencer erbringen kann sind aber klassischerweise Feed-Posts, Stories und Blog-Beiträge.

Alle können auch durch einen monetären Gegenwert ausgedrückt oder berechnet werden, je nach Häufigkeit, Dauer, Länge, Aufwand etc und in Abhängigkeit natürlich zu den besagten "Insights". "Professionelle" Influencer haben dafür häufig ein eigenes Portfolio, das ausweist, was wie viel kostet bzw. welcher Gegenwert demgegenüber steht - wenn es zum Beispiel als Ausgleich einer Leistung kein Geld, sondern eben ein Produkt oder einen Aufenthalt in einem Hotel gibt.Letztlich spielt auch das Verhandlungsgeschick eine Rolle.

 

Der Gegenwert ist also immer sehr individuell zu berechnen oder auszuhandeln, da auch das "Engagement" der Follower zählt, ob die Follower der Zielgruppe des jeweiligen Kooperationspartners entspricht, wie viele potentielle Neukunden tatsächlich darunter sind etc etc etc. Es kommt also nicht nur auf die Followerzahl alleine an, sondern einfach auch auf die Kompatibilität mit dem Unternehmen und dessen Zielgruppe. Je mehr Übereinstimmung, Engagement, etc - desto mehr Geld oder nicht monetären Gegenwert (=geldwerte Leistungen) kann ein Influencer verlangen. Mach dir als Influencer also selbst klar, was deine Follower sehen wollen, wer sie so sind, woran sie mutmaßlich Interesse haben könnten. Das Reisen liegt aber wohl grundsätzlich im Interessenbereich der allermeisten Menschen. Die Hunde-Thematik übrigens auch, weil einfach gefühlt jeder zweite Mensch einen Hund hält. Mach dir als Follower klar, was und wen du allein schon durch dein "Folgen" unterstützt und bei was du diese Person oder das Unternehmen unterstützt und ob du das willst.

 

Grundsätzlich kann man zwar für ALLES Werbung zeigen auf seinem Account, denn Menschen sind soooo unterschiedlich dann nun auch wieder nicht und irgendwer fühlt sich immer angesprochen, aber meine persönliche Überzeugung würde zum Beispiel verhindern, dass ich Eintrittskarten für eine Großraum-Techno-Veranstaltung verlose (gehe ich selbst nie hin zu sowas...) oder Werbung für eine Couchgarnitur mache. Klar hab ich eine, so wie die meisten auch, aber irgendwie passt DAS noch weniger zu den Interessen derer die mir folgen, als Werbung für ein Traktoren-Treffen der Landwirte. Da kann man ja noch irgendwo einen Bezug herstellen bei einem "Food-Account". Aber Werbung für eine Teleskop-Spüllappenaufhängung passt irgendwie wesentlich mehr zu meiner "Zielgruppe", muss ich denke ich nicht erklären. Und auch mehr zu meinen hauptsächlichen Interessen... ;-)

 

Zurück zum Beispiel, Hotel Pfösl. 

Es gab wie gesagt keine inhaltliche Einschränkung. Es wurden Feed-Posts, Stories und offensichtlich auch ein Blog-Beitrag vereinbart. Alles in fairem Umfang (bin ich längst drüber, weil ich einfach ECHT gern die Fotos von dort zeige!) = dem oben geschilderten Angebot entsprechend im Verhältnis zu dem, was aus meiner Sicht die Werbung auch "Wert" sein würde/ war. 

Gegenwert: Der preis, den der influencer zahlt

Einfach ein paar Mal das Handy gezückt und wild drauf los filmen und fotografieren und danach EINS der Bilder posten und ein englisches Zitat unter das Bild gerotzt. ZACK, 1000€ verdient. Sicherlich gibt es solche Beispiele, bei denen das genau so läuft. Das sind aber vermutlich eher Menschen, die so derart abartig viele Follower haben, dass es auf jeden Fall irgendwen ansprechen wird und "irgendwer" meist sogar recht viele sind, weil einfach bei 350tausend oder noch mehr Menschen schon allein die Wahrscheinlichkeit viel höher ist. Klar. Meist ist es bei 350tausend Followern sicherlich auch nicht mehr so leicht, eine weitestgehend "persönliche Beziehung" zu dem aktiven Teil der Follower zu unterhalten.

 

Mein Anspruch ist es aber, solang ich das noch irgendwie leisten kann, dass genau diese persönliche Beziehung bestehen bleibt. Das war mit 500 Menschen noch sehr leicht, bei 10tausend wurde es schon schwieriger, bei nunmehr über 18tausend ist es schon sehr aufwändig (wie machen Menschen das, mit riesigen Accounts???), aber ich möchte VERSUCHEN jedem noch persönlich zu antworten. Aber was ich vor allem anderen immer wieder auf meinem Account versuche, ist mir klar zu machen:

 

WAS wollen meine Follower, DU, sehen?

WAS interessiert dich? Warum interessiert dich das? Was erwartest du von mir und kann/will ich das erfüllen? Welchen Mehrwert biete ich? Denn eins ist klar: wer mehr Follower oder die vorhandenen behalten möchte, der muss meistens irgendetwas bieten: mindestens IRGENDEINEN GRUND, ihm zu folgen. 

 

Wenn man langsam aus dem Bereich der Followerzahl herauswächst, wo "nur" Freunde und Familie folgen, dann passiert das ja meist nicht ohne Grund: es passiert, weil mehr Leute einen Mehrwert und Sinn darin sehen, Zeit damit zu verbringen, genau DEINE Beiträge zu konsumieren. Obwohl du ein völlig fremder Mensch bist. Die Leute konsumieren deine Beiträge und in meinem Fall ist ja auch viel Privates dabei, denn je mehr Persönlichkeit man zeigt, umso greifbarer wird man. Und umso spaßiger KANN ein Austausch sein.

Das führt allerdings auch dazu, dass Einige (meiner Erfahrung nach) anfangen zu glauben, mich tatsächlich zu kennen und auf eine Art mit mir "befreundet" zu sein. Sie nehmen an MEINEM Leben Teil, ich aber ja umgekehrt meist nicht an ihrem (wie denn, bei 18tausend...?). Das ist ein sehr wichtiger Punkt und Gedanke. Denn NATÜRLICH entwickelt sich aus dem geschilderten Gesamtpaket auch immer eine gewisse Erwartungshaltung des Followers gegenüber dem Influencer, dass weiterhin das "geliefert" wird, womit man nun vertraut ist, was man gewohnt ist, was in den Kontext passt, schlicht das, womit man auch zum "Folgen" überzeugt hast. Und nicht zuletzt wird auch teils zurecht erwartet, dass man persönlich antwortet und auf die Menschen eingeht. Das IST FAKTISCH TEIL dessen, wenn man Aktivität "verlangt". Was man verlangt, muss man eben auch zurück geben, sofern möglich. Genauso wie ich es nicht mag etwas zu posten, und darauf null Reaktion zu sehen, finde ich es unschön regelmäßig bei jemandem zu kommentieren, der meinen Kommentar nicht einmal mit "gefällt mir" markiert, um mir wenigstens zu verstehen zu geben, dass der Kommentar WAHRGENOMMEN wurde. Manchmal kaum zu leisten und ich muss auch ganz oft den Anspruch an mich selbst in dieser Hinsicht arg drücken und mir aufs Neue klar machen: Instagram ist ein HOBBY, kein Job! (bei mir...).

 

Wenn dein Account wächst kannst du meistens gar nicht anders als früher oder später einen gewissen Druck verspüren "abzuliefern", denn du willst die Menschen nicht "enttäuschen" und irgendwie letztlich auch die Follower nicht verlieren, weil es denke ich auch menschlich und ehrlich ist zu sagen, dass es natürlich jedes Mal schön ist, wenn man einen Beitrag postet und es kommen Herzen und Kommentare und Nachrichten dazu im Sekundentakt. Ego-Dusche, keine Frage. Bei mir ist das tatsächlich auch so, dass ich nicht einfach mal mit irgendwas angefangen habe um zu gucken, wie es so läuft, sondern ich schon bei Erstellung meines Accounts das erklärte Ziel hatte, Menschen mit meinen Rezepten und meinem "Wissen" zu helfen, "besser" zu diäten, nicht die gleichen "Fehler" zu machen wie ich, ihre Ernährung lieben zu lernen, sich gerne damit auseinander zu setzen, sich weniger zu quälen, weniger Umwege zu gehen, es einfach leichter zu haben bei der Orientierung im Ernährungs-Bermuda-Dreieck etc. 

Dieses Ziel habe ich zwischenzeitlich bezweifelt und auch mal richtig die Nase voll gehabt von Instagram, aber für diesen Artikel sind die Hintergründe und Entwicklungen zu komplex :-) Mittlerweile bin ich da fast so entspannt wie mit meiner Ernährung.

 

Aus dem eben beschriebenen ergibt sich aber mein persönlicher Anspruch, dir als Follower gegenüber, dass du einen Mehrwert aus dem ziehen kannst, was ich so in den Instagram-Orbit schicke. Du folgst mir, weil dir der Mehrwert den ich dir biete gefällt und weil dir meine Meinung wohl wichtig ist, du mir VERTRAUST, wenn ich ein Produkt zeige oder sonstige Empfehlungen (zB für ein Hotel) ausspreche. In einem Post schrieb ich schon Mal: 

 

"Der Influencer verkauft das Vertrauen seiner Follower IHM GEGENÜBER an die Kooperationspartner."

Und dessen bin ich mir bewusst und ich gehe entsprechend mit deinem Vertrauen um.

Und aus dem was ich über den Vertrauensvorschuss des Hotels sagte, dass ich ERST die Leistung empfange, und DANACH MEINE Leistung erbringe, ergibt sich der Anspruch an mich selbst, dass auch das Hotel einen Mehrwert aus der Kooperation zieht.

  

 

Und weil es ja letztlich auch noch immer mein HOBBY und mein URLAUB ist, habe ich auch noch den Anspruch, mir und vor allem für meinen Partner, der ja auch noch dabei ist, keinen Business-Trip daraus zu machen sondern auch zu urlauben, was man halt im Urlaub so macht.

Gegenwert: Ansprüche, erwartungen, druck

Ganz sicher mache ich mir in dieser Hinsicht auch zu viele Gedanken. Aber letztlich ist der Preis, den ich tatsächlich gezahlt habe mitnichten das Posten einiger Bilder und Stories und auch nicht, dass ich jetzt hier sitze und im Prinzip nur einen "vorbereitenden" Blog-Artikel für den eigentlich vereinbarten Blog-Artikel verfasse.

 

Der Preis ist, dass ich eigentlich keinen Urlaub gemacht habe. Aufgrund dieser oben beschriebenen Summe aus Ansprüchen und Erwartungen an mich:

- von mir selbst

- von meinen "Followern"

- von dem Kooperationspartner, Hotel Pfösl

- und von meinem Partner

und dem Druck, den ich mir daraus gebastelt habe. Mutmaßlich auch, weil es die erste Kooperation dieser Art war, und ich überhaupt keine Ahnung hatte, wie ich das so umsetze und ob dann alles so angenommen wird, wie ich mir das erhoffe etc etc etc. Außerdem hatte ich im Kopf, dass diese Kooperation natürlich möglicherweise auch eine Art "Visitenkarte" werden kann, für zukünftige Anfragen dieser Art. Ob ich das mache ist ja dann eine andere Frage aber die reine Möglichkeit wollte ich mir schon offen halten, je nach dem, ob sich das "richtig" anfühlt, auf "Followerzahl bzw Followervertrauen zu urlauben" oder nicht. Das ist eine sehr persönliche Stellungnahme an dieser Stelle. Damit gehen andere Menschen sicherlich sehr viel kuhler um (ich schreiben cool absichtlich "kuhl"), aber bei mir und in dieser speziellen Situation hat sich das so ausgedrückt, mit diesen gemischten Gefühlen. Ich sehe es so: wenn ich auch negative Kritikpunkte äußern darf und inhaltlich nicht eingeschränkt werde: voll okay.

 

Natürlich habe ich mich zwischendurch auch entspannt, das war im Hotel Pfösl auch gar nicht anders möglich.

Aber kommen wir mal zu den Punkten

1. Feed-Posts, 2. Stories, 3. Blog-Beitrag

und legen diese "Anspruchsschablone" darüber.

 

1. Feed-Posts

Was sollen Fotos von dem Hotel DIR für einen Mehrwert bieten, außer dass du dir vielleicht denkst: "ICH WILL DA AUCH SEIN!!!"? Das ist zwar das Ziel von Werbung, aber ich will mich nicht einfach irgendwo hinsetzen und dieses Foto machen und das englische Zitat drunter klatschen und dir sagen: "Hier ist's so super, komm sofort hierher, danke mir gefälligst, ohne mich wüsstest du von diesem herrlichen Ort nichts! Mir doch egal, was dein Mehrwert daran ist! Ich muss das Foto machen um den Aufenthalt zu bezahlen, also mach ich das hier so halbherzig! Was, du bist jetzt traurig oder neidisch? Mir noch egaler...". 

Natürlich entstehen auch mal spontane Fotos (meist die schönsten), aber ganz ehrlich: so VIELE VIELE VIELE Fotos mache ich sonst definitiv NICHT im Urlaub. Und ich plane auch nicht gezielt in meinem Kopf, zu welcher Tageszeit das kuhl sein könnte oder mit welchem Getränk in der Hand und was ich dann dazu für eine Geschichte inklusive Mehrwert erzählen würde. Tatsächlich würden nicht einmal annähernd so viele Fotos von mir existieren, wenn ich dort nicht den Druck verspürt hätte, dass "postbare" Bilder entstehen, die erst einmal DIR einen Mehrwert liefern in Form eines ehrlichen Einblicks UND in Form einer sinnvollen Geschichte die ich dazu erzählen kann. 

Dann sollen die Fotos natürlich dem Kooperationspartner einen Mehrwert bieten. Hochglanzbilder seines Hotels hat der nämlich schon zu Hauf auf seiner Webseite. Weshalb er sich entschieden hat, mit MIR zu kooperieren war mutmaßlich, um von meiner persönlichen Beziehung zu meinen Followern zu profitieren. Ergo: sinnvoll, wenn ich selbst auf dem Bild zu sehen bin, wie ich mich dort tatsächlich aufhalte und mich amüsiere (habe ich tatsächlich beides ;-) schon auch sehr amüsiert, trotz des Drucks!). Jedenfalls sollten die Bilder das Hotel erkennen lassen und natürlich den Wunsch wecken, dort SEIN zu wollen, so, wie bei @orchidea_luna eben :-) Darum geht es ja.

 

Mein Partner ist glücklicher- und dankenswerterweise sehr unkompliziert beziehungsweise verständnisvoll. Es ist letztlich nicht nur MEINER, sondern auch SEIN Urlaub. Den würde er sicherlich ohne mich nicht in diesem Hotel verbringen, nichts desto trotz sind wir keine Zweckgemeinschaft aus Fotograf und Model sondern ein ganz normales Paar mit ein paar Urlaubstagen im Jahr, die wir möglichst qualitativ zusammen nutzen möchten. 

Und das korreliert mit dem Anspruch an mich, insbesondere wie Fotos letztlich dann sein sollen und wie ich bitte darauf aussehe ;-) Das dauert nämlich IMMER. Und diese Zeit geht eben einfach von der Qualitätszeit im Urlaub drauf (obwohl das auch oft für witzige Situationen sorgt und Spaß macht). Ebenso wie das Sichten und Bearbeiten der ersten Bilder. Das eventuell nochmalige fertigen von Bildern an der gleichen Stelle ;-) Ausprobieren, wie das als "Quadrat" auf Instagram aussieht, feststellen, dass da ein Mensch im Hintergrund erkennbar ist: Diskretion! Die privaten Urlaubsbilder machen da einen riesigen Unterschied zu Bildern, die auf Instagram für mehrere tausend Menschen sichtbar sein werden und genau DAFÜR gefertigt werden! Stell dir vor du erkennst auf einem Foto deinen Chef mit seiner Sekretärin. Obwohl die Ehefrau des Chefs gerade anrief, ob ihr Ehemann/ Chef auf Geschäftsreise eigentlich ständig in Konferenzen nicht erreichbar sei?! Foto also neu, weil Retusche-App sah kacke aus. Post dazu verfassen (mit den obigen Ansprüchen). Das geht meistens sogar, man glaubt es kaum, am schnellsten weil immer spontan und gefühlsabhängig und dann "fließt es" meist, weil ich im Urlaub eh meist euphorisiert bin und wortfindig werde. Aber auch nicht so frei, wie ein werbefreier Post, klar. 

Und letztlich: man will auch andere Hotelgäste nicht so sehr belästigen, wenn man da ewig lange Fotos macht und die sich langsam beobachtet oder aus bestimmten Bereichen verdrängt vorkommen. 

 

Was viele Kooperationspartner und vor allem Follower auch vergessen ist Folgendes:

Auf einen Feed-Post folgen unweigerlich Kommentare. Die Beantwortung der Kommentare nimmt unfassbar viel Zeit in Anspruch, ist aber genauso Teil der "Leistung" gegenüber dem Kooperationspartner wie gegenüber den Followern, die ein "Recht" haben, dass ihr Kommentar zumindest gesehen und irgendwie gewertschätzt wird.

Diese Zeit die NACH dem Posten dafür benötigt wird, sollte man nicht unterschätzen.

 

2. Stories

Eine einfache Aneinanderreihung von Selfie-Videos oder dem "Flug über das Buffet" mit Erläuterungen dazu finde ICH selbst als Konsument schon ganz interessant, aber meistens langweilt mich das genauso wie ein klassisches "Unboxing". Da liegt halt gefaltete Salami und Schinken. Okay, danke. Was ich zumindest versucht habe ist, dir ein Gefühl zu vermitteln - nämlich das, was ich dort hatte. 

Abgesehen davon ist es für andere Hotelgäste glaube ich maximal nervig, wenn die Influesther mit Handy vor dem Gesicht laut redend und hektisch durch das ganze Hotel und am besten noch den Wellness-Bereich rennt.

Das würde auch einfach in KEINER WEISE die dortige Stimmung transportieren, die nämlich von maximaler Entspanntheit und Diskretion geprägt war. Ruhe. Gerüche. Natur.

Wie transportiere ich so etwas, in Videos? Was will ich alles zeigen, was sind die besonderen Vorzüge des Hotels, die mir auffallen und gefallen und die ich zeigen möchte? Möglichst ohne anderen auf den Zeiger zu gehen, ohne andere versehentlich erkennbar zu filmen, ohne selbst nichts mehr davon wahrzunehmen und ohne den Partner links liegen zu lassen?

Meine Lösung war die Aufnahme mehrerer Sequenzen, deren eigene Tonspur ich "stumm" schaltete und mit EINEM zuvor ausgewählten Lied belegte, um einen Zusammenhang zwischen den Sequenzen herzustellen - eben etwas, was ich mir selbst gerne anschauen würde. Die Technik von Instagram hat es mir allerdings nicht so leicht gemacht. Mittlerweile wüsste ich, wie ich es noch besser machen kann, aber die Zeit reichte leider nicht, um teils Dinge noch ein Mal zu filmen, manchmal hängte sich die App einfach auf und ich MUSSTE nochmal filmen, dann waren wieder Menschen im Bild, etc etc etc. Noch dazu sind die Seuquenzen eigentlich 15 Sekunden lang. Ich zeichne also auf und wähle das Lied aus. Dabei beginne ich natürlich bei Sekunde 0-15. Bei der zweiten Sequenz muss ich das Lied also bei 15 Sekunden starten lassen, bei der dritten Sequenz bei 30 Sekunden usw. 

Das ist okay, wenn man die Sequenzen alle nacheinander fertigt und "vertont". Nun habe ich aber teils natürlich zwischen den Sequenzen auch mal 2 oder mehrere Stunden Zeitverzug gehabt. Und dann musste ich mich daran erinnern, an welcher Stelle des Liedes ich gerade war. Aufschreiben. Instagram macht manchmal so blöde Sachen, wie plötzlich nur 13 sekündige Sequenzen. ZACK, Liedausschnitt passt nicht mehr, Lücke im Liedflow, hört sich doof an. Lösung wäre, alles erstmal zu speichern und später hochzuladen oder sogar zu einem Video zusammenzufügen (in einer App), das Lied als Tonspur darunter zu legen (kostet übrigens Geld - die Lieder außerhalb von Instagram mit der App die ich nutze - Splice - muss ich auf iTunes einzeln KAUFEN) und das lange Video dann in 15 Sekunden Sequenzen zu teilen (in einer anderen App). Finde ich aber erstens super aufwendig und zweitens viel weniger authentisch, weil Stories eben irgendwie das sind, was ich GERADE aktuell JETZT erlebe. Und weil die andere Möglichkeit NOCH MEHR Zeit kosten würde, zumindest am Stück. Diese Erfahrung kenne ich ja aus der Bearbeitung meiner IG-TV Videos bzw. Mealprep-Videos. DAS kostet wirklich Zeit.

Ich hätte vorher jedenfalls nicht gedacht, dass das so schwer werden würde. Ich habe mir am zweiten Tag, nach dem Anreisetag, sehr viel genauer überlegt, wie ich was zeige, welche Musik es sein soll, welche Reihenfolge.... es gab fast eine Art Drehbuch in meinem Kopf, nur dass ich ja leider völlig ortsfremd war. Letztlich habe ich mich später sogar gefragt, ob ich ÜBERHAUPT mein Handy in der Hand gehabt hätte während des Aufenthaltes dort, wenn ich es nicht "gemusst" hätte. Ja, hätte ich, aber wesentlich weniger und anders. Ich habe einfach echt Zeitdruck und auch Stress verspürt.

Dennoch bin ich sehr dankbar für diese Erfahrung und auch für die vielen Fotos und Videos, die ich ja nun auch für mich selbst habe. Die Erfahrung war in jeder Hinsicht wichtig und wertvoll und letztlich muss ich wirklich sagen, dass ich das für meinen Anspruch sehr gut gemacht habe. Ich gucke mir die Stories (Highlight bei Instagram @maedelklein: Hotel Pfösl) unheimlich gerne selbst an, weil ich tatsächlich sofort die Gefühle dazu wieder fühle und ich auch ein wenig wehmütig werde, weil es im Grunde so SCHÖN war, wir aber vor Ort so wenig Zeit hatten, nach all dem gefilme und fotografiere und nochmal Hundegassi usw die Zeit und vor allem diesen wertvollen Ort noch mehr zu genießen und die Stimmung noch mehr "aufzunehmen". Ich möchte nochmal genau dorthin: ohne Kooperation, ohne Handy. Ich habe es so schon geliebt. (Fazit des noch folgenden Blog-Artikels #14 vorab...)

 

Analog zu den Feed-Posts verhält es sich auch bei den Stories:

Follower antworten, stellen Fragen über das Hotel/ Produkt, zu bestimmten Bereichen, etc. Diese Nachrichten zu beantworten erfordert meist in erster Linie einfach Zeit. Teils auch in der Form, dass ich bei meinem Kooperationspartner nachfrage oder selbst deren Webseite besuche oder das www fragen muss. Tatsächlich sind das für jedermann "unsichtbare" Aktivitäten. Du siehst ja nur DEINE Nachricht und DEIN Anliegen (wertfrei, das ist voll okay so) und mein Kooperationspartner sieht GAR NICHTS davon. Aber tatsächlich läuft da im Hintergrund die meiste Arbeit der Pflege eines Accounts ab. Unsichtbar und deshalb so so so unterschätzt. Was ICH sehe sind nämlich nicht selten über 50 Nachrichten am Tag, wenn ich aktiver bin deutlich mehr. Wenn ich eine Kooperation habe, beziehen sich selbstredend viele dieser Nachrichten auf den Kooperationspartner. Insofern ist das eine Leistung, die ich für den Kooperationspartner erbringe, die er aber nie zu sehen kriegt und von der er in der Regel nicht mal etwas weiß.

Ich "arbeite" also 40 Nachrichten ab. Im Normalfall erscheint bei mindestens 15 davon unmittelbar danach der grüne Punkt am Profilbild und dann "...schreibt..." im Nachrichtenfeld. Okay. 40/50 beantwortet, bei 15 schon eine Antwort in Aussicht und die anderen antworten auch meist wenig später noch mindestens ein Mal. Während die anderen antworten, ploppen neue Nachrichten auf. Im Endeffekt macht man so oft zwei Schritte vor und drei zurück. Und wenn es nur ein "Danke" als Antwort ist, wofür ICH meist wiederum dankbar bin, dass es "nur" das DANKE ist ;-)

Ich will an dieser Stelle nicht jammern, mich beschweren oder wichtig machen, nur einfach sensibilisieren indem ich die Fakten mal beschreibe. Fühl dich nicht gehemmt mir zu schreiben, noch schaffe ich meist alles ;-) Aber sei auch nicht beleidigt oder traurig, wenn ich ausgerechnet deine Nachricht einfach übersehe oder eben nicht super persönlich auf die Geschichte über deinen Hund eingehen KANN. Du siehst mich als Einzelperson, ich sehe 18tausend Menschen dir mir gegenüber stehen, quasi. Und da zähle ich nicht mal zu den "großen Accounts". Auch wenn natürlich nicht jeder in Form von Nachrichten aktiv ist, keine Frage. Bei Likes wäre das nett, bei Nachrichten verheerend.

Und du als Influencer: kommuniziere DAS an deinen Kooperationspartner und verkaufe dich nicht unter Wert weil dir selbst gar nicht bewusst ist, dass DAS auch Teil dessen ist, wovon der Kooperationspartner DIREKT profitiert. DAS ist sogar der größte Profitbereich, denn das ist der persönliche und vertrauensvolle Teil des Influencer-Marketings. Der Teil, den Fernsehwerbung oder Plakate eben nicht können - die ANTWORTEN nämlich nicht und haben keine persönliche Beziehung und denen vertraut man häufig per Se nicht mehr. DIR schon!

 

3. Blog-Beitrag

Scheinbar der geringste Anteil, merkte ich schnell, dass ich diesen Artikel hier nicht in den Reisebericht-Blogbeitrag über das Hotel Pfösl integrieren kann. 

So gesehen freue ich mich aber, dass ich dir aus diesem gegebenen Anlass heraus und aus dieser Erfahrung einfach letztlich erzählen kann, wie die Hintergründe bei mir so aussehen, damit du mich besser verstehst, vielleicht andere Blogger besser verstehst, diese Art Werbung eventuell zukünftig anders wahrnimmst,... was auch immer du für einen Mehrwert hieraus hoffentlich ziehen magst. Ich habe mich oft gefragt, was es bedeutet, eine solche Kooperation einzugehen. Du dich vielleicht auch.

 

Letztlich schließt sich in Bezug auf den Blogbeitrag auch wieder ein Kreis zu dem ersten Punkt hinsichtlich der Fotos. Was will ich zeigen? Habe ich eine Story dazu gemacht? JA! Habe ich auch ein Foto dazu? Teils NEIN und umgekehrt. Was ich zeigen möchte muss ich selbst fotografiert haben, daran gedacht haben, auch wieder möglichst allen Ansprüchen gerecht werden, niemanden stören, etc. Und mir den ungefähren Aufbau des Artikels überlegen um zu wissen, an welcher Stelle ich was einbinden will. Viele Dinge entstehen jetzt trotzdem spontan, das meiste sogar. Aber das wusste ich vorher nicht. Andere Dinge muss ich sagen: Oh, schade - das habe ich nur mit meinem Kopf fotografiert. Zum Beispiel die Schaukeln am Welnessbereich draußen und viel mehr ÜBERSICHTSAUFNAHMEN. Die sieht man aber zum Glück auf der Homepage. Dafür hat die Zeit tatsächlich nicht mehr gereicht.

 

Blog-Beiträge haben übrigens das höchste Frustrations-Potential. Man gibt sich die meiste Mühe und investiert die meiste Zeit, die Rückmeldungen sind verschwindend gering. Hier gibt es nichts zu herzen und nichts zu teilen. Ich sehe maximal an der Besucherstatistik, dass ein paar Menschen hier waren und vereinzelt schreiben Menschen Nachrichten dazu auf Instagram. Hätte ich kein Instagram, gäbe es hier mutmaßlich GAR KEINE Besucher ;-) 


05 Fazit

Die Erfüllung der oben genannten Punkte kostet mich konkret Dinge, die man nicht greifen und deshalb auch aus meiner Sicht eigentlich kaum beziffern kann. Das werde ich mir gut merken, denn ich habe viel aus dieser Kooperation gelernt. 

 

Es kostete mich vor allem ZEIT. Und Zeit ist einfach etwas, was man nicht wiederholen kann. Andererseits hätte ich viele Momente, VIELE VIELE VIELE wirklich schöne Momente, gar nicht erlebt, wenn ich nicht im Hotel Pfösl gewesen wäre. Dafür aber sicher andere. Dennoch war das Zeitinvestment einerseits viel höher als gedacht, andererseits wieder fast  ausgeglichen durch die vielen schönen Momente. 

Ich hätte einfach mindestens einen, besser zwei Tage mehr Zeit gebraucht, um mir erst Mal einen Überblick zu verschaffen, Orte und Verhalten der anderen Gäste zu beobachten (zum Beispiel VOR dem Frühstück alle im Pool, während des Frühstücks aber ein schöner Zeitpunkt für spiegelglattes Wasser...) und all sowas. All sowas weiß ich jetzt und kann das in Zukunft so kommunizieren.

 

Es kostete mich Vertrauen seitens der Follower, also DEIN Vertrauen. Zumindest potentiell. Ich hoffe du hast es nicht verloren ;-) Alles was ich zeige, IST wie ich es wahrnehme und empfinde. Dennoch bin ich darauf angewiesen, dass du mir das glaubst, quasi. Klar, du kannst entfolgen, voll okay, aber das ist ja nicht Sinn und Zweck, wenn ich dir eigentlich einen Mehrwert bieten will und ich mich wirklich nicht nur authentisch verkaufen will, sondern es aus meiner Sicht auch BIN. Deshalb denke ich nämlich, wenn viele entfolgen: Oh, was hab ich denn falsch gemacht? Nicht bei Einzelnen, das ist vollkommen normal und auch in größerem Umfang im Verhältnis zur Followerzahl noch normal. Aber manchmal sind es nach einem einzigen Post plötzlich 50 weniger... Da fragt man sich dann schon: WARUM?

 

Wenn man einen Mehrwert-Anspruch hat, fragt man sich bei sowas IMMER automatisch:

Ist das WAS ich zeige uninteressant, oder das WIE ich es zeige?

Das ist alles sehr zwiespältig ;-) Niemand zwingt mich dazu, dies oder jenes zu posten oder überhaupt was zu posten. Niemand "fragt" oder "verlangt" danach direkt, aber INDIREKT durch das Folgen ja schon. Kostenlose Infos, Unterhaltung, etc. Das Posten ist einfach kein reiner Selbstzweck. Ich poste nicht, um etwas gepostet zu haben.

 

Ich mache das einerseits alles komplett freiwillig und WILL ja auch gerade, dass andere davon profitieren können. 

Und warum will ich immer diesen Mehrwert eigentlich? Weil ich so ein guter Mensch bin? Wohl eher, weil Menschen immer ein gutes Gefühl haben, wenn sie anderen ein gutes Gefühl geben, weil "Geben seliger ist als Nehmen", weil man gerne "gebraucht" wird oder sich gebraucht fühlt, weil man sich gerne "kümmert", weil man "wichtiger" wird, weil man eine Aufgabe und Beschäftigung hat, weil es gut tut, wenn viele einem in Nachrichten oder Kommentaren schöne oder witzige Dinge schreiben, Komplimente machen oder Beiträge herzen. KLAR freut man sich über solche Rückmeldungen. Auch über die Interaktion, den Austausch, die Erweiterung des eigenen Horizonts. Nicht selten erhalte ich auch echten Mehrwert zurück. Insofern wirkt es durchaus überzogen wenn ich sage

 

"Und davon dass ich hier ständig kostenlos Mehrwert liefere habe ich erst Mal NICHTS und deshalb ist es mein Recht, auch mal kostenlos zu urlauben."

 

Aber andererseits kostet es eben tatsächlich sehr viel mehr, als offensichtlich ist. Unter den vielen Followern sind, je mehr es werden, umso mehr, die einfach ganz selbstverständlich und passiv "mit konsumieren" und nicht EIN MAL in Form eines einfachen "Likes" das zurück geben, was ich gerne hätte: ein einfaches Danke und eine Anerkennung, dass ich mir diese Mühe mache, die ich auch sein lassen könnte, klar. Aber du folgst mir - also "fragst" du in gewisser Weise danach. Meine Posts sind kein Selbstzweck, dass du mir folgst aber ebenso wenig.

Wenn ich mich nicht oft selbst daran erinnern würde, dass es aber auch viele gibt, denen das was ich zeige was bringt, weil diese "vielen" mir das ZEIGEN (herzen, kommentieren), dann würde ich das einfach komplett lassen und hätte plötzlich täglich 3-5 Stunden mehr Zeit. Und es ist einfach menschlich, dass man enttäuscht ist, wenn man viel viel viel Zeit in Beiträge steckt und dann die Rückmeldungen ausbleiben, dass man dann aber trotzdem manchmal überfordert ist, wenn bei anderen Beiträgen wieder die Rückmeldungen SO zahlreich und/ oder persönlich werden, dass man 3 Tage in der Woche mehr bräuchte, um dem gerecht  zu werden. Manchmal (oft) weiß ich also selbst nicht, was ich will ;-) 

 

Es kostete mich überdies übrigens auch die Geduld und das Verständnis meines Partners. Nicht restlos, versteht sich. Er "musste" ja mitmachen und hat ja auch profitiert, keine Frage. Aber er ist weder Fotograf, noch hat er viel mit Instagram oder kreativer Gestaltung zu tun (sehr kreativer Cappuccino Latte Art, ja okay!). Er hat jedenfalls auch meine Stimmung mitgetragen, die immer mal zwischen der Entspannung wieder sehr ANgespannt war, wenn mal wieder die App hängen blieb, doch wieder Menschen im Bild waren, das Doppelkinn doch zu arg sichtbar, nicht mehr genug Zeit für dies oder jenes....Oder die Kritik an seinen Bildausschnitten und fehlendem Auge für ein noch weg zuräumendes, "hässliches" Telefon auf dem Nachtschrank wo er dankenswerterweise der WIRKLICH authentische Anker ist der dann sagt: "Was denn, das steht halt da und gehört auch dazu!" und ich "Stimmt.... DANKE, eigentlich hast du recht!!!". 

 

 

Vor diesem Hintergrund. Hat sich die Kooperation gelohnt?

ABSOLUT JA!!! Das waren Erfahrungen die auf so vielen Ebenen wichtig und gut waren. 

 

Würde ich noch einmal eine solche Kooperation eingehen?

JA, aber mit mehr Zeit und dann auch entspannter. 

 

Würde ich auch eine Kooperation eingehen, wenn ich mir den Aufenthalt nicht leisten würde oder könnte?

Tatsächlich mittlerweile JA. Denn ich weiß, welche Leistung aufgrund meiner Ansprüche dem gegenüber stehen. 

Instagram ist ein Phänomen und ich ändere ständig meine Einstellung dazu. Umso dankbarer bin ich aber, dass es mir potentiell Urlaube ermöglicht wie im Hotel Pfösl, denn all die Zeit und die Nerven die in diese App fließen... TÄGLICH. Niemand zwingt mich dazu, das ist richtig, aber viele freuen sich darüber, noch mehr freuen sich ohne Rückmeldung. Und auf diese Weise kann ich mir eben selbst eine kleine "Belohnung" dafür genehmigen.

Ergo: dafür DARF ich völlig ohne schlechtes Gewissen "kostenlos" urlauben, auch über meine Verhältnisse. Es ist sicherlich nicht mein "Recht", aber es ist VOLLKOMMEN okay. 

Mein vermeintlich uneingeschränkter Mehrwert: einfach mal kostenlos voll verwöhnen lassen, relativiert sich aufgrund aller bisherigen Schilderungen ja auch ein "wenig", denke ich.

Und ich weiß, dass DU aus meiner Sicht auch einen Mehrwert dafür kriegst, nicht nur ich.

Und ganz ehrlich: ich bin auch nicht der finanzielle Maßstab beziehungsweise habe meine Sicht darauf nun ein bisschen mehr erläutert. Letztlich ist es aber nicht maßgeblich, ob ICH mir das leisten würde, sondern ob DU es dir leisten würdest und kannst. Und das kannst ja nur DU entscheiden. 

Fragen zu Kooperationen?

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