Das "perfekte" Bananenbrot

Das Rezept zum Beitrag des hr

Sendung: "Maintower" am Mittwoch, 29.04.2020; 18:00 Uhr


Dieses Rezept entstand tatsächlich nur aufgrund einer Anfrage des hr (Hessischer Rundfunk) und dass der überhaupt auf mich als "Gast" aufmerksam wurde ist wiederum eine Geschichte, die in die Kategorie "das Leben ist immer FÜR dich!" und "Nimm Chancen wahr, wenn sie sich dir förmlich aufdrängen!" fällt!

Hintergrund-Story

Der Hintergrund für die Entstehung dieses Rezepts ist eine interessante Kausalitätskette aus "kennst du wen kennst du wen kennst du wen" oder auch

 

"Im Leben ergibt sich eben oft stufenweise eins nach dem anderen, ohne dass du mehr dafür tun musst als offen und aufgeschlossen zu sein! Und vor allem: einfach mal machen! Die Stimme in deinem Kopf ausschalten und denken: KLAR mach ich das!". 

 

So ergab es sich, dass ein Arbeitskollege meines Misters ihn ansprach, sein Onkel betreibe ein Küchenstudio in Frankfurt am Main und wolle ein wenig seine Präsenz auf Instagram ausbauen. Da kam ich ins Spiel. 

Nach einem Treffen vor Ort im besagten Küchenstudio, Küchenplan Ralf Kroeh (www.kuechenplan.com), war klar: DAS ist DIE Location, in der ich irgendwann unheimlich gerne Ernährungsworkshops gemeinsam mit meiner Freundin, Trainerin, Ernährungsberaterin und für MICH "Lebensberaterin" (Freundin halt...) Linda Pepping (www.peppedup.de) anbieten möchte. Anmerkung: Die Workshops sind in Planung,  können aber aus offenkundigen Gründen aktuell nicht umgesetzt werden.

 

Unabhängig davon lernte ich vor Ort auch einen Mitarbeiter des Küchenstudios kennen, dessen Freundin wiederum mit einer Reporterin des hr (Hessischen Rundfunks) befreundet ist, die wohl im privaten Miteinander davon erzählte, einen Kurzbeitrag zum aktuellen Hype-Thema "Bananenbrot" zu planen und dafür gerne jemanden aus dem Foodblogger-Bereich an ihrer Seite hätte. Netterweise erinnerte sich besagter Mitarbeiter da an mich. Wieder profitierte ich von einer mündlichen Empfehlung und als die entsprechende Anfrage tatsächlich kam sagte mein Bauchgefühl FAST sofort "JA!", weil ich gleichzeitig wusste: "Okay, das wird eine Erfahrung an der du wachsen wirst...!". Einige denken nun vielleicht, dass ich einen Auftritt in einem 3-Minuten Beitrag etwas überbewerte. Aber jeder hat seine eigene Ansicht, was ihn herausfordert und was ihn Überwindung kostet und DAS war schon etwas herausragend für mich, auch wenn ich im Nachhinein denke: "Das war interessant und hat echt Spaß gemacht!" (zum Zeitpunkt der Entstehung dieses Beitrags habe ich aber auch noch nicht das Ergebnis gesehen... ;-P).

 

Ich wollte dich jedenfalls unbedingt an diesem Hintergrund teilhaben lassen, weil er dir Vertrauen geben soll, dass du nicht alles im Leben bestimmen kannst und vor allem nicht MUSST.  Ich hätte das niemals selbst so herbeiführen können (wollen auch nicht tatsächlich, so von mir selbst aus...). Alles was ich gemacht habe war ich selbst sein und JA sagen, die Gelegenheit wahrnehmen. Dem Bauchgefühl folgen und EGAL was für dich individuell eine gedankliche Hemmschwelle oder Angst sein sollte: überwinde sie und MACH einfach mal. 

 

Vielen Dank an dieser Stelle an das herzliche Team des hr und die lieben Menschen "hinter der Location" Küchenplan Ralf Kroeh, die den Ablauf wirklich super angenehm gestaltet haben.

Anmerkung: Natürlich alle mit lageangepasstem Schutz und Sicherheitsabstand!

Bananenbrot-Philosophie

Der Bananenbrot-Hype

Ganz ehrlich: für viele ist das Bananenbrot ein wenig aufregender Klassiker oder ein geliebtes Standard-Rezept, das schon die Oma kannte. Auch ich bereite schon seit Jahren Bananenbrote zu, mal so, mal anders. Warum ist es also scheinbar aktuell DIE NEUHEUT schlechthin? Was ist da los?

 

Im Folgenden MEINE Gedanken dazu.

Dieser Beitrag entsteht während der bereits jetzt schon historischen Corona-Pandemie und ich denke in gewisser Weise hat die Entstehung von Hypes eine ironische Analogie zu der Verbreitung des aktuell kursierenden Virus bzw. Viren generell, nur eben auf einer anderen Plattform. 

Social Distancing - reality & virtuality

"Social Distancing" gilt nur für "reale Räume" die man körperlich betritt, nicht aber für all die "virtuellen Räume", die nach wie vor jedermann offen stehen und auch bedingt durch die Zeit die viele nun plötzlich zur Verfügung haben deutlich stärker frequentiert sind. Irgendwo muss man ja hin und sich austauschen und beschäftigen  ;-)

Betrittst du also verschiedene virtuelle Räume, zum Beispiel auf der Plattform Instagram, und in immer mehr Räumen werden Bananenbrote konsumiert, so kommt das im Prinzip einer Infektion gleich. Je mehr/ öfter/ länger du dich in diesen virtuellen Räumen aufhältst, je mehr Menschen du dort "begegnest", die Bananenbrot essen, umso wahrscheinlicher ist es, dass du dich "infizierst". Ein bisschen was hat das auch von dem Film "Inception" (falls du den kennst). Es wird im Prinzip ein Gedanke und ein Verlangen in dir gesäht. Und das wächst, je öfter du es in Erinnerung bzw. vor Augen geführt bekommst.

Witzig, wie die Beeinflussung durch Influencer im Grunde nichts anderes als eine Art "gedankliche Infektion" ist. Und je mehr Follower ein Influencer (scherzhaft seit eh und je auch als "Influenza" bezeichnet) hat, umso infektiöser ist er potentiell. Man könnte sogar sagen: je näher ein Influencer seinen Followern ist, umso infektiöser ist er, weil das Vertrauen in das Urteil des Influencers und das Verlangen des Nachmachens umso größer ist.

 

Social Distancing schafft unter Umständen noch etwas: Einsamkeit. Und gegen Einsamkeit hilft vielen tatsächlich: ESSEN. So ein Bananenbrot kann schon auch mal tröstlich sein wohl ;-)

das FOMO-Syndrom

Und dann kommt noch das ebenfalls eine Zeit lang hype-artig medial "ausgeschlachtete" FOMO-Syndrom hinzu. Das "Fear of missing out"-Syndrom (die Angst davor, etwas zu verpassen). Du bist schon körperlich sozial isoliert. Na dann willst du doch wenigstens mitreden können, dich austauschen können. Das Bananenbrot-Thema fast schon als Vermeidungstaktik, um nicht permanent über C... sprechen zu "müssen". Also, um der sozialen Isolation 2.0 zu entgehen und um bloß nichts elementares zu verpassen, willst du nun auch ein Bananenbrot backen. Ist ja schließlich auch noch gesund. ODER?

Der "Zeit-Langeweile-Essen"- Kreislauf

Obacht: ich beleuchte im Folgenden ganz klar den Personenkreis, der durch die aktuelle Lage MEHR Zeit zur Verfügung hat und/oder die Zeit auf andere Weise zur Verfügung hat (zBsp. wegen Homeoffice), aber mir ist durchaus bewusst, dass es da noch sehr viele andere Personenkreise und im einzelnen vor allem Schicksale gibt, die meine Ausführungen vielleicht als verletzend oder einseitig ansehen und es schier unbegreiflich, dumm, ignorant, überheblich, was auch immer finden, wie man sich derzeit über "Langeweile" und "Bananenbrote" auslassen kann. Lasse ich an dieser Stelle einfach mal wertfrei als kleines Vorwort so stehen.

 

Jedenfalls haben aktuell einfach faktisch viele so viel Zeit zur Verfügung wie wahrscheinlich seit der Kindheit nicht mehr und damals wussten wir nicht wirklich, was Zeit ist. Und, so widersinnig und luxuriös das erscheinen mag (und im Grunde auch ist) denke ich, viele sind es schlichtweg nicht "gewohnt" sich so viel freie Zeit selbst einteilen zu "müssen" (ich sage DÜRFEN!) und sind sogar ein wenig überfordert damit. Das ist es zumindest, was ich aktuell wahrnehme anhand der Beiträge die ich so konsumiere in den virtuellen Räumen die ich, Bananenbrot essend, betrete.

Abgesehen davon, dass ich der festen Überzeugung bin, dass wir alle nur lernen müssen (und können), damit umzugehen und dass die Welt (meine auf jeden Fall) dann eigentlich besser funktionieren würde oder MINDESTENS genauso "gut", denke ich gleichzeitig dass die aktuelle Langeweile nun eben erst Mal daraus resultiert, dass die Menschen es eben NOCH nicht gelernt haben, sich selbst zu beschäftigen, wenn das kein Arbeitgeber für sie tut. Also kommt hier und da Langeweile auf (bei mir nicht...) und aus Langeweile schaut man doch öfter  mal in den Kühlschrank, was es da so gibt, was einem vielleicht 1-2 Minuten die Langeweile kauenderweise vertreiben könnte. Dazu habe ich übrigens auch zwei thematisch passende Blogartikel verfasst (#05 - Intuitives Essverhalten und #11 - Wie du aus einem ständigen Kaloriendefizit wieder raus kommst).

Was haben die meisten Menschen so im Kühlschrank, die sich bisher wahrscheinlich weniger mit ihrer Ernährung auseinander gesetzt haben weil sie vielleicht der Meinung waren, "keine Zeit dafür zu haben"? Richtig. Eine Auswahl von Lebensmitteln die meist ausschließlich daran orientiert ist, was ihnen schmeckt. Nicht verwerflich grundsätzlich. Nur dann, wenn du eigentlich was ändern wollen würdest und es tatsächlich nur deshalb nicht gemacht hast, weil du die "Keine Zeit Ausrede" verwendet hast. Dann willst du nämlich nicht wirklich. Wobei ich wirklich verstehe dass das Thema sehr sehr komplex ist und viel damit zusammenhängt. Hier vielleicht ein Blogartikel für dich: #04 - Ernährung und Gruppenzwang

Jedenfalls so viel zur Zeit: wenn nicht JETZT, wann dann? Und das sag dir einfach mal öfter. 

Wenn nicht Jetzt, wann dann?

Um also gleich einen kleinen Einstieg in das Thema Ernährung zu finden und dir aufzuzeigen, warum deine Couch dir vielleicht auch mal größer vorkam und die nach der Jogginghosen-Zeit vielleicht nicht mehr ins Business-Outfit passt, hier ein Exkurs in die Ernährungsthematik am Beispiel des Bananenbrotes.

 

Angefangen mit der Aussage/ Annahme, dass Bananenbrot die ultimative Süßigkeit ist, von der man nicht zunehmen kann, wo diese Annahme vielleicht herkommen könnte und was das mit dem Namen "BananenBROT" zu tun haben könnte.  

Bananenbrot =  Gesund? = "Diätisch"?

 Was aus meiner Sicht "Diät" eigentlich bedeutet, kannst du im Blogartikel #03 - Darf ich "XY" essen? nachlesen oder in der Navigationsleiste auf der rechten Seite unter dem Punkt "Ernährung - Diät". Jetzt erst Mal nur das Bananenbrot betreffend:

 

1. Bananen...

Das impliziert ja schon, dass es gesund sein MUSS. Kursierender Glaubenssatz: "Es ist Obst drin, das kann man ja ohnehin essen bis man platzt, das sagt jeder Ernährungsexperte.".

Insbesondere ein sehr sehr beliebtes Punkte-Diät-System hat den Glaubenssatz gestreut, Obst sei ein "0-Punkte-Snack" und dann gab es wiederum eine andere Diät, die behauptete, man verbrenne beim Verdauen gewisser Obst- (und Gemüse) Sorten mehr Kalorien als man durch den Verzehr zu sich nehmen würde. Okay. Klar.

Das ist natürlich nicht ganz (überhaupt nicht...) richtig... das sagen die "Experten" unter anderem deshalb, weil sie davon ausgehen, dass kein Mensch ernsthaft so viel Obst in sich reinstopfen kann, physisch, dass es kalorisch relevant wird weil die Kaloriendichte von Obst im Verhältnis zum Volumen vergleichsweise zu zBsp. Schokolade relativ gering ist und rein theoretisch der Magen irgendwann STOP ruft und auch der nicht essgestörte Geist nach spätestens 3-4 Bananen sagt: "So, danke, reicht." Aber es GEHT, glaub mir... Es gibt offensichtlich unglaublich viele Menschen, die sehr erfolgreich ihren Magen und Kopf ignorieren (wobei die meisten nicht durch übermäßigen Verzehr von Obst zugenommen haben dürften...). Aber: du kannst theoretisch auch durch "zu viel Obst" zunehmen und auch Fruchtzucker (Fructose) ist nicht "gesund" nur weil er natürlicherweise in Früchten enthalten ist. Gesund sind nur die Mikronährstoffe die zusätzlich zu dem Fruchtzucker darin enthalten sind und der Fruchtzucker in Maßen als schneller Energielieferant wenn du so willst auch noch, jedenfalls kommt der Körper damit klar. Also kann man schon sagen, dass Fruchtzucker im Zusammenhang MIT der Frucht gesünder ist, als Fruchtzucker isoliert/ extrahiert (da ist er sogar eigentlich toxisch, tatsächlich) aber das noch nicht bedeutet, dass die gesunden Mikronährstoffe aus der Frucht eine exorbitante, tägliche Fruchtzuckerzufuhr ausgleichen und sogar ratsam machen würden. Ergo: Nein, die Bananen im Brot machen es nicht per se gesund und schon gar nicht kalorienärmer, sie sind allerdings gesünder als einfach Haushaltszucker (Saccharose) oder andere Zucker ohne nennenswerte Mikronährstoffe "drumherum" in das Brot zu verbacken.

 

2. Brot...

Warum eigentlich Brot? Eine abschließende oder belegbare Antwort habe ich nicht finden können. Nicht mal im www. Da steht, dass es mutmaßlich eine wörtliche Übersetzung des englischen "Banana BREAD" ist und dass es angelehnt an die Form ist. Obwohl man ja auch nicht Marmorbrot sagt, nur weil der Marmorkuchen meist auch eckig geformt ist und abgesehen davon ein Brot in meiner Vorstellung sowieso eher ein runder Laib ist... aber das nur dazu. Nehmen wir es mal so hin. Jedenfalls trägt diese Bezeichnung sicherlich auch zum "gesunden Ruf" des Bananenbrotes bei, denn BROT ist hier in Deutschland ein populäres Grundnahrungsmittel und keine Süßigkeit, also ist es wohl legitim und auf keinen Fall verwerflich, ruhig täglich Brot zu essen. Mit Bananen. 

Klartext: Bananenbrot-Fakten!

Es wäre ja auch zu schön gewesen, oder? Faktisch ist es so, dass die meisten Rezepte die ich im www gefunden habe sich hauptsächlich aus Butter, Mehl, Zucker, Eiern und eben Bananen zusammensetzen. Ich denke ich muss nicht dazu sagen, dass das nicht "gesund" sein kann? Wie immer macht die Menge das "Gift" und weder Fett noch Kohlenhydrate oder als Maßeinheit ausgedrückt: KALORIEN werden dich sofort fett machen oder deinem Körper schaden.

 

Aber grundsätzlich weisen diese Rezepte eine tendenziell ungünstige Kombination von Fetten und Kohlenhydraten aus meist suboptimalen Quellen hinsichtlich des Mehrwerts für deinen Körper auf, bei gleichzeitiger Armut oder gar fast gänzlicher Abwesenheit von Proteinen und Ballaststoffen. 

 

Das macht ein Bananenbrot tendenziell zu einer kaloriendichten Bombe aus schnell verfügbaren Kohlenhydraten die noch dazu dafür sorgen, dass du das gleichzeitig konsumierte Fett auch schön gut einlagern kannst in deine Fettzellen. Bananenbrote sind eigentlich der ideale Begleiter für lange Märsche oder schwere Kraftsporteinheiten/ außergewöhnliche Anstrengungen: viele Kalorien aus Fetten & Kohlenhydraten (= viel & schnelle Energie aus Zucker) auf wenig Volumen, das den Magen beschwert. Je weniger Volumen, umso mehr passt in den Magen... 

 

Erschwerend kommt hinzu, dass wir als Menschen evolutionsbedingt Lebensmittel als besonders schmackhaft empfinden, die möglichst viele Kalorien versprechen, viele Rezeptoren ansprechen und dann auch noch auf gewisse Weise aussehen, riechen, sich anfassen etc. Das nennt man "Palatability" (= Schmackhaftigkeit) und insbesondere Fastfoodketten haben eigene Abteilungen in ihren Unternehmen, die sich ausschließlich damit befassen, wie sie die "Palatability" ihrer Produkte optimieren. Aber auch bei Wurst und Käse so vielen anderen, industriell verarbeiteten Lebensmitteln ist das nicht anders. Bei Chips das ultimative Knuspergeräusch, bei Pudding das Gefühl des Löffeleintauchens, sogar der Geruch der einem beim Öffnen einer Buttermilch entgegen kommen SOLL ist teilweise so "konstruiert", dass man MEHR will. Lebensmittelherstellung ist echt psychologisch komplex!

 

Bananenbrot bedient hier jedenfalls schon ziemlich viele Rezeptoren und Gefühle und spricht uns, wie eben so viele kaloriendichte Lebensmittel, auf besondere Weise magisch an. 

Das "perfekte" Bananenbrot-rezept

Wenn du dich jetzt fragst:

"Was ist denn nur mit ihr los? Was interessieren mich Kalorien? Was interessiert mich Fett und Zucker und überhaupt?" dann sage ich dir jetzt: 

Ja, du hast recht. Man muss nicht alles zerschießen und sezieren und ein bisschen Spaß darf das Leben auch noch machen. Die Frage ist nur, ob es dir nicht vielleicht AUCH mehr Spaß macht, wenn du ein schmackhaftes Gebäck isst und du weißt, du "gönnst" nicht nur deiner Seele etwas, sondern auch noch gleichzeitig deinem Köper? MUSS es denn Einfachzucker und Weißmehl sein, um Spaß zu haben? Kann eine "Gönnung" nicht auch gesund sein, ohne Abstriche in Konsistenz und Geschmack? Schließen sich "gut für deinen Körper" und Genuss aus??? 

 

Ich GÖNNE mir jeden Tag etwas. Jedes Mal wenn ich esse "gönne" ich mir etwas, egal WAS es ist. Manchmal "gönne" ich mir einen Brokkoli oder ein Stück Harzer Käse oder ein Bananeneis (aus gefrorenen Bananen, selbst gemacht, ohne Zucker) und manchmal ein Stück Schokolade oder einen hochindustriell und psychologisch manipulativ hergestellten Pudding oder eine ganze Tüte Transfett-Kartoffelchips. Ja. Aber ich setze "gönnen" und "ernähren" dabei gleich. Es macht für mich keinen Unterschied und ich habe wesentlich mehr Spaß, seit ich nicht mehr krampfhaft versuche, Zucker zu vermeiden. Ihn aber auch nicht mehr so krampfhaft als DAS GENUSSMITTEL feiere. Zucker steht auf einem so unfassbar hohen Belohnungssockel dass ich fast nicht glauben kann, dass viele wirklich NUR NOCH auf diese Weise genießen können und eine große Portion Gemüse als Belohnung oder Genussmittel ausgeschlossen ist (für mich absolut NICHT ausgeschlossen....). Das hat für mich SUCHT-Tendenzen und teils manifestierte Ausmaße, ganz ehrlich... Das betrifft sowohl den Zuckerkonsum, als auch den Fleischkonsum. 

 

Bevor ich mich noch mehr in Einzelzeiten verliere... komme ich mal endlich zu dem Punkt, weshalb du vermutlich hier gelandet bist. Einfach nur wegen des Rezepts ;-)

Bei diesem Rezept habe ich tatsächlich nicht versucht, die ungünstige Kombination aus Fett und Kohlenhydraten zu vermeiden, denn beides in Kombination schmeckt nunmal einfach wahnsinnig lecker. Was ich versucht habe ist, die QUELLEN etwas zu optimieren oder sagen wir: für den Körper wertvoller zu machen. 

Mein perfektes Bananenbrot-Rezept

Perfektion ist meiner Meinung nach nie absolut sondern immer subjektiv und relativ. Ich versuche nicht mehr danach zu streben, weil es Perfektion so wie es die meisten wahrscheinlich definieren glaube ich gar nicht gibt. Aber es gibt ein subjektives PERFEKT und DAS hier ist MEIN subjektiv perfektes Rezept.

Alternativen und Erläuterungen findest du weiter unten in den Erklärungen zu den vorangestellten Randnoten!

Trockene Zutaten

¹ 80g (Dinkel-) Vollkornmehl 

² 60g Haferflocken

        (oder Hafermehl/ Schmelzflocken, für eine kompaktere Konsistenz)

³ 60g (Bronxe) Erythrit 

        (oder zBps. Kokosblütenzucker/ Roh-Rohrzucker)

40g Schokodrops (zartbitter)

20g Leinsamen (geschrotet)

1 "Stück" Tonka-Bohne (gerieben)

1 TL Salz (oder weniger/ es sollten grobe Flocken sein)

       (das Salz dient vor allem auch als natürlicher Geschmacksverstärker!)

1 TL Zimt 

        (hilft u.a. angeblich, den Blutzuckerspiegel zu stabilisieren und süßt!)

15g Backpulver

optional: ganze, gesalzene Erdnüsse (oder andere Nüsse nach Wahl)

Feuchte Zutaten

80-100g Erdnussbutter (fein oder grob)

ca. 250g reife Banane

ca. 100ml (Pflanzen-) Milch

Zubereitung

Den Backofen auf 175 Grad Umluft oder Ober-Untgerhitze vorheizen. Die trockenen Zutaten sorgfältig verrühren. Die Banane mit der Erdnussbutter und der (Pflanzen-)Milch grob mit einer Gabel zerdrücken. Eine eckige Backform einfetten (oder eine Silikonform verwenden) und dann beide Massen zügig und sorgfältig miteinander vermischen, eventuell noch etwas mehr Flüssigkeit hinzufügen, bis ein zäher Teig entsteht, der nicht mehr formbar aber auch noch nicht flüssig ist. Er sollte sich beim eingießen in die Backform "träge" in die Form setzen. 

Du kannst auch noch etwas "klopfen" und von oben verstreichen. Dann optional noch ein paar Schokodrops und eine halbierte Banane auf die Oberfläche geben. Auf die halbierte Banane verzichte ich immer, weil ich es schlichtweg nicht schön finde, so eine optisch bräunliche "Gammelbanane" da obendrauf zu haben. 

 

Dann das "Brot" ca. 50 Minuten auf der mittleren Schiene backen.

Stäbchentest funktioniert, sollte am Holzstäbchen nichts mehr festkleben kannst du es aus dem Backofen nehmen. 

 

Genießen kannst du es im Prinzip sofort, warm. Lass es vielleicht ein paar Minuten abkühlen, dann kannst du es stürzen. Es ist im warmen Zustand noch sehr instabil, daher empfiehlt es sich, du lässt es ein paar Stunden auskühlen und - wenn du es unbedingt warm essen möchtest - erwärmst es zBsp. später direkt vor dem Verzehr nochmal in den Mikrowelle oder (ohne Schokodrops on Top) im Toaster. Ich esse es dann gerne mit einem Stück Butter oder Erdnussbutter als Toppping und gerne noch etwas extra Salz. Anregung der Redakteurin: eine Kugel Vanilleeis! Auch nett!!! NATÜRLICH schmeckt das Bananenbrot auch KALT hervorragend, insbesondere die kompakte "Knatsch-Konsistenz" erhältst du im vollständig auf Raumtemperatur abgekühlten oder gar kühlschranktemperierten Zustand!

 

 

Randnoten zu den Zutaten:

Statt Dinkelvollkornmehl kannst du natürlich auch jedes andere Mehl verwenden, ich nehme eben gerne ein Vollkornmehl mit ein paar mehr Ballaststoffen. Bedenke dass bei "LowCarb-Mehlen" wie zBsp. Erdnuss- oder Mandelmehl die Quellfähigkeit erhöht ist, du deshalb unter Umständen mehr Flüssigkeit benötigst und das Ergebnis etwas kompakter werden kann, weil das Backtriebmittel nicht gegen so viel Feuchtigkeit ankommt. 

 

2

Haferflocken geben dem Ganzen ein wenig mehr "Biss" und Fluffigkeit und hinsichtlich der Mikronährstoffe einfach mehr Diversität als nur Mehl allein. Natürlich kannst duch auch andere Flocken oder Müslis hernehmen oder auch Hafermehl oder Schhmelzflocken oder einfach mehr Mehl. Bedenke, je feiner diese Zutat, umso kompakter wird auch hier wieder das Ergebnis.

 

3

Bronxe Erythrit ist Glukose (Traubenzucker) die durch Hefepilzkulturen zu einem für den Menschen unverdaulichen Ballaststoff umgewandelt wird. Also rein natürlich, Konsistenz wie Zucker, Geschmack und Süße ähnlich Rohrzucker aber quasi keine verwertbaren Kalorien. Obacht: ohne Gewöhnung an diese Ballaststoffe könnten Flatulenzen auftreten. Du bekommst Erythrit mittlerweile in vielen Supermärkten, Bronxe Erythrit eher online. Ersatzweise kannst du einfach Rohrzucker oder Kokosblütenzucker verwenden.

 

4

Schokodrops entweder zartbitter oder eben was du gern magst. In meinem "karibischen" Bananenbrot habe ich darauf ganz verzichtet und stattdessen die gleiche Menge vorher geröstete Kokosflocken verwendet. Wenn du keine Schokodrops verwendest oder dich für die Kokosversion entscheidest füge etwas mehr Bronxe Erythrit hinzu.

 

5

Leinsamen sind (ebenso wie Banane übrigens) ein veganer Ersatz für Eier, können aber noch viel mehr. Sie geben dem Teig also noch mehr Bindung. Sie müssen allerdings geschrotet sein, um besser zu quellen und im Körper auch verwertet werden zu können. Sie bieten Ballaststoffe und pflanzliches Omega3, im Verhältnis sogar mehr als in Fisch (allerdings isst man natürlich im Verhältnis auch wesentlich weniger...). Sie tragen zu einer besseren und längeren Sättigung bei und "schmieren" den Darm, quasi. Sehr interessantes und klassisches "Superfood" bevor es all die "Superfoods" als solche bei uns gab. Alternativ kannst du aber auch Chia-Samen verwenden, wenn du es noch "hipper" willst. 

6

Tonka Bohne ist ein super Ersatz für Vanille, die auch verwenden könntest natürlich. Hier kann ich dir nur empfehlen, dich mal über die Tonka-Bohne zu belesen, zum Beispiel hier: www.spicebar.de (Werbung: 5 Euro kannst du bei einer Bestellung dort sparen mit dem Rabattcode "spicymaedel" - gültig ab 15 Euro Bestellwert).

Vanille ist aufgrund des Anbaus mittlerweile sehr umstritten und wahnsinnig teuer, also belies dich gerne einfach mal zu diesem Themenkomplex.

Der Link auf dem Bild führt zu dich www.spicebar.de

7

Statt Erdnussbutter kannst du in der karibischen Version mit Kokosflocken auch super Kokosmus oder Kokosöl in gleicher Menge verwenden. Auch alle anderen Nussmus-Sorten wie Haselnuss oder Cashew funktionieren wunderbar. Du kannst auch Butter verwenden, es spricht grundsätzlich nichts dagegen, allerdings bietet dir das Nussmus noch ein paar mehr Mikronährstoffe und einen höheren Eiweißgehalt. Wenn du dich für Butter oder flüssiges Öl entscheidest bedenke, dass die Konsistenz des Ergebnisses zunächst sehr instabil ist und sich erst durch Verfestigung der Butter wieder stabilisiert. Bei Öl wird das Ergebnis fluffiger, bei Butter oder Nussbutter knatschiger und kompakter. 

 

8

Diese Menge entspricht etwa 3-4 mittleren Bananen. Sie sollten reif sein und idealerweise schon braune Punkte haben. Grüne Bananen sind noch nicht süß genug und lassen sich auch nicht schön zerdrücken. Zu reife Bananen sind eventuell zu matschig, aber das ist Geschmackssache. Lieber zu reif als zu unreif!

Interessant für alle die Bananen nicht mögen: 

Im  Grunde kannst du auch Apfelmus oder Birne oder Kürbispüree verwenden. Hier ist nur die Bindung etwas schlechter, also füge noch ein paar mehr Leinsamen oder eben doch noch ein ein Ei hinzu.

 

9

 

Es funkioniert auch zum Beispiel mit Kokosmilch (insbesondere bei der karibischen Version mit Kokosflocken und Kokosmus oder Kokosöl) oder jeder anderen Flüssigkeit im Prinzip. Ich denke da zum Beispiel auch an Apfelsaft oder solche Experimente. Mir gefällt es mit Sojamilch oder Hafermilch sehr gut, das harmoniert gut mit den restlichen Zutaten bleibt vegan und bietet noch ein bisschen mehr Süße. 

Beispiel: karibische Bananenbrot-Version

Die genaue Anleitung zu diesem Rezept findest du auf meinem Instagram-Account @maedelklein und im Story-Highlight "Bananenbrot" auch ein paar Video-Eindrücke der Konsistenz!)

Viel Spaß beim Backen!

und natürlich noch mehr beim essen!